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Das projektorientierte Lernen nimmt in unserer pädagogischen Arbeit einen großen Raum ein. Dabei steht die Selbsttätigkeit der Kinder sowie kooperatives und solidarisches Arbeiten im Vordergrund. Die Projektarbeit wird nicht von den Erzieherinnen alleine für die Kinder geplant und gestaltet, sondern mit der gesamten Projektgruppe erarbeitet. Selbstbestimmung, die Kompetenz eigene Lösungen für ein Problem zu finden und Teamfähigkeit sind einige der Ziele einer Projektarbeit. Die Planung für das Projekt ist nicht von vornherein vollkommen festgelegt, sondern offen für Ideen und Anregungen der Gruppenteilnehmer - auch für Anregungen und Wünsche der Eltern! Ein Projekt ist immer einzigartig! Es lebt von den unterschiedlichen Persönlichkeiten der Gruppe. Die Wahl für ein Projektthema kann unterschiedliche Ausgangspunkte haben. So können immer wiederkehrende Spiele der Kinder (z.B. die Jungen erobern ein Tippi, welches die Mädchen gebaut haben) oder Überlegungen der Erzieherinnen hinsichtlich gegenwärtiger Lebenskompetenzen (z.B. ein sinnvoller Umgang mit Medien) oder Äußerungen und Fragen der Kinder oder ihrer Eltern (z.B. "Wie kommt eigentlich das Gelb in die Zitrone?") die Motivation für ein Projektthema sein.

Bei unserem Vorschulprojekt (Feuerwehr) war es Lukas gewesen, der über einen längeren Zeitraum Steine gegeneinander schlug, um Feuer zu erzeugen oder zusammen mit Max und Tim Holz zu einer Feuerstelle zusammenlegte. In einem gemeinsamen Gespräch mit den übrigen Vorschulkindern waren sich alle einig. Über Feuer und Experimente mit Feuer wollten sie mehr wissen. Die Projektmethode berücksichtigt, dass Kinder dort am Schnellsten und Ergiebigsten Lernen, wo sie einen Sinn für sich erkennen können und wo sie einen Bezug zu ihrer realen Lebenssituation herstellen können.

Bei unseren Projektarbeiten werden immer verschiedene Lernbereiche angesprochen. Das Thema Feuerwehr - aber auch das Farben-, Piraten- und Bauernhofprojekt - wurde von verschiedenen Seiten beleuchtet und bearbeitet. Wir haben Lieder gesungen, eine Collage erstellt, aus Holz wurden Feuerwehrhubschrauber oder -autos gebaut, wir haben gemalt und Experimente mit Feuer durchgeführt. Natürlich gehörte auch ein Besuch bei der Feuerwehr, ein selbstgebauter "Vulkan" und ein echtes Lagerfeuer beim Übernachtungsfest zu unseren Aktivitäten. So kann jedes Kind seinen persönlichen Zugang zum Thema finden und erfährt die Anerkennung und Wertschätzung seiner Fähigkeiten. Natürlich kann es während eines Projektes auch zu Konflikten kommen, insbesondere wenn alle Kinder ihre Ideen und Vorstellungen äußern dürfen. Diese Konflikte sind jedoch sehr wichtig! Die Kinder bauen auf diese Weise ihre Kommunikationsfähigkeiten aus und erleben die Prinzipien demokratischen Handelns (z.B. einander zuhören, Abstimmungen
treffen, Verantwortung übernehmen). Während der Durchführung eines Projektes finden immer wieder Gespräche in der Gruppe statt, ob die zu Beginn des Projektes vereinbarten Ziele auch erreicht wurden. So können auch die Kinder Ziele für sich selbst festlegen, z.B. "Ich möchte am Ende unseres Projektes wissen, wie das Feuer die Funken macht" oder
"Ich möchte erfahren, wie ich die Säge halten muss, damit mein Feuerwehrauto nicht schief wird."
Es kann auch vorkommen, dass die Gruppe sich vom eigentlichen Thema wegbewegt und ein ganz neues Thema entsteht. So entdeckten die Kinder beispielsweise bei unserem Farbenprojekt, welche Freude es macht, sich zu verkleiden und Theater zu spielen. Die Kinder widmeten sich daraufhin intensiv dem Erfinden und Spielen von Abenteuer-
geschichten.

Zum Schluss findet eine Auswertung des Projektes - häufig verbunden mit einer Präsentation statt. Die Kinder können die unterschiedlichen Stationen des Projektes zurückverfolgen und gewinnen Orientierung über den Verlauf und ihre im Projekt gemachten Erfahrungen. Über den Gruppenprozess, über Gedanken und Gefühle darf gesprochen werden! Die Kinder können ihre Erfahrungen ordnen und sie in bisheriges Wissen günstiger integrieren. Unsere Rolle als Erzieherin im Projekt verstehen wir so: Wir sind nicht die Bestimmerinnen oder die Vorturnerinnen der Kinder! Durch Beobachtung und Analyse ergründen wir die Motivation der Kinder für ihr Thema.Wir bieten Unterstützung bei der Planung und Durchführung des Projektes an, weisen auf mögliche Schwierigkeiten hin und zeigen den Kindern verschiedene Möglichkeiten auf, ihr Vorhaben zu strukturieren (Was soll genau getan werden? Welche Materialien werden benötigt? Wer ist dafür verantwortlich). Bei Konflikten und Unstimmigkeiten stehen wir mit Rat zur Seite und ermuntern die beteiligten Kinder eigenständige Lösungen zu finden. Wir wägen sorgfältig ab, wann es Zeit ist, sich einzumischen und sich zurückzuhalten, damit die Kinder frei agieren können. Unsere eigene Lernfreude und Neugier soll den Kindern als Modell für forschendes, entdeckendes Lernen sein.